Alpenstadt & Alpenkonvention

Im Jahr 2005 wurde die Stadt Sonthofen mit dem Titel „Alpenstadt des Jahres“ ausgezeichnet. Seither ist Sonthofen auch Mitglied im Verein „Alpenstadt des Jahres“. In diesem Verein haben sich die „Alpenstädte des Jahres“ aus Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz, Slowenien und Deutschland zusammengeschlossen, um sich für die Beachtung und nachhaltige Umsetzung der Alpenkonvention einzusetzen.

Alpenstadt des Jahres – was bedeutet das?

Warum gerade Sonthofen?

Was ist in der Alpenkonvention im Wesentlichen geregelt?

Nachhaltige Projekte zur Luftreinhaltung

Nachhaltige Projekte zum Naturschutz


Verleihung der Auszeichnung an Tolmin

Verleihung der Auszeichnung „Alpenstadt des Jahres 2016“ an die slowenische Stadt Tolmin am 08.04.2016 mit Ingrid Fischer (3. Bürgermeisterin der Stadt Sonthofen sowie Mitglied des Vorstands des Vereins „Alpenstadt des Jahres“)

Alpenstadt des Jahres – was bedeutet das?

Eine internationale, vom Verein „Alpenstadt des Jahres“ gewählte Jury, die derzeit aus Vertretern der CIPRA International, des Gemeindenetzwerks „Allianz in den Alpen“, der „Pro Vita Alpina“ und der Universität Genf besteht, schlägt dem Verein in der Regel jedes Jahr eine Stadt vor, die den Titel „Alpenstadt des Jahres“ erhalten könnte. Basis hierfür ist eine entsprechende Bewerbung der jeweiligen Stadt. Der Titel zeichnet eine Alpenstadt für ihr besonderes Engagement bei der Umsetzung der Alpenkonvention aus.

Die Alpenkonvention ist ein internationales Vertragswerk. Das zentrale Anliegen der Alpenkonvention lautet: Maßnahmen zum Schutz des Alpenraums mit der nachhaltigen, zukunftsweisenden Entwicklung der Regionen zu verknüpfen. Das heißt zu errreichen, dass Ökologie und Ökonomie einander nicht ausschließen, sondern sich sinnvoll unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung ergänzen.

Dass die Alpenkonvention gerade in den Alpenstädten mit konkreten Inhalten gefüllt wird, ist von zentraler Bedeutung, da rund zwei Drittel der Alpenbevölkerung in städtischen Regionen lebt. Natur und Kultur, Ökologie und Ökonomie prallen hier aufeinander. Das nötige Zusammenspiel aller Bereiche einer breiten Bevölkerung bewusst zu machen, ist das Hauptziel der „Alpenstadt“-Idee.

Bisher wurden folgende Städte mit dem begehrten Titel „Alpenstadt des Jahres“ ausgezeichnet (Verleihungsjahr in Klammer):

  • Villach / Österreich (1997)
  • Belluno / Italien (1999)
  • Maribor / Slowenien (2000) – kein Vereinsmitglied mehr
  • Bad Reichenhall / Deutschland (2001)
  • Gap / Frankreich (2002) – kein Vereinsmitglied mehr
  • Herisau / Schweiz (2003)
  • Trento / Italien (2004)
  • Sonthofen/Deutschland (2005)
  • Chambéry / Frankreich (2006)
  • Sondrio / Italien (2007) – kein Vereinsmitglied mehr
  • Brig-Glis / Schweiz (2008)
  • Bozen / Italien (2009)
  • Bad Aussee / Österreich (2010)
  • Idrija / Slowenien (2011)
  • Annecy / Frankreich (2012)
  • Lecco / Italien (2013)
  • Chamonix Mont-Blanc / Frankreich (2015)
  • Tolmin / Slowenien (2016)
  • Tolmezzo /Italien (2017)
  • Brixen / Italien (2018)
  • Morbegno / Italien (2019)
  • Biella / Italien (2021)


Eine „Alpenstadt des Jahres“ hat im Wesentlichen gemäß Vertrag und Satzung folgende Verpflichtungen zu erfüllen:

  • Durchführung eines attraktiven, vielseitigen Programms im Jahr der Ernennung zur Alpenstadt, dabei muss sie mindestens zwei nachhaltige Projekte (ökologisch / ökonomisch - sozial / kulturell) realisieren und mindestens drei Veranstaltungen mit internationalem Charakter durchführen.

  • Gestaltung einer Eröffnungs- und Abschlussfeier sowie einer Dokumentation zum Alpenstadt-Jahr

  • Bestellung einer sog. Konsulentin bzw. eines Konsulenten (= Kontaktperson, meistens in der Stadtverwaltung) als Anlaufstelle für den kontinuierlichen Informationsaustausch und die Kooperation mit dem Verein und den übrigen Alpenstädten sowie auch zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

  • Berücksichtigung der Ziele des Vereins „Alpenstadt des Jahres“:
    • Alpenbewusstsein stärken
    • Bevölkerung beteiligen
    • Brücken zur Region festigen
    • Zukunft nachhaltig gestalten
    • Zusammenarbeit ausbauen

  • Einsatz im Verein insbesondere in den Handlungsbereichen:
    • Bevölkerung und Kultur
    • Raumplanung
    • Luftreinhaltung
    • Bodenschutz
    • Naturschutz und Landschaftspflege
    • Bergwald
    • Tourismus und Freizeit

  • Teilnahme an der Willensbildung im Verein (Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen)

Warum wurde gerade Sonthofen "Alpenstadt des Jahres"?

Mit der Vergabe des Titels erkannte die o.g. Jury die Bemühungen der Stadt Sonthofen um eine nachhaltige Entwicklung auch hinsichtlich der Alpenkonvention an. Besonders aufgefallen waren der Jury insbesondere die autofreie Innenstadt sowie der regionale Verkehrsverbund, der Bau eines leistungsfähigen Holzhackschnitzel-Heizkraftwerkes mit Fernwärmenetz sowie die ökologische Gestaltung des Kurparks auf dem Kalvarienberg. Weiter honorierte die Jury, dass die Stadt mit der Ausarbeitung und Umsetzung des Leitbildes "Zukunft Sonthofen" auf eine aktive Beteiligung ihrer Bürgerinnen und Bürger setzt.

Darüber hinaus bewertete die Jury Sonthofen als eine moderne, aufgeschlossene Stadt mit vielfältigen und engen Beziehungen zum Umland. Positiv herausgestellt wurde, dass das kulturelle Leben in Sonthofen reich und lebendig ist und dabei oft auch internationalen Charakter hat.

Auch in ihrem Abschlussbericht zum Alpenstadtjahr bescheinigte die Jury der Stadt Sonthofen vorbildliche Leistungen in ihren Projekten.

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