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Willkommen bei der Stadtverwaltung Sonthofen

W.-G.-Sebald-Projekt

Der Schriftsteller W. G. Sebald (1944–2001) kann heute, fast zwei Jahrzehnte nach seinem Tod, als einer der wichtigsten und international bekanntesten deutschsprachigen Schriftsteller unserer Zeit gelten. Zum Ende seines Lebens gelangte der aus dem Allgäu stammende, lange Jahre in England lebende Autor zu Weltruhm. Vor seinem frühen Tod galt er als Anwärter für den Literaturnobelpreis. Zur Würdigung des Autors und seines literarischen Werkes hat sich jetzt in Kempten die Deutsche Sebald-Gesellschaft e.V. gegründet. Gemeinsam mit den Städten Kempten und Sonthofen sowie dem Markt Wertach schreibt sie unter der Überschrift „Erinnerung und Gedächtnis“ einen Literaturwettbewerb aus, der mit der Vergabe des W.-G.-Sebald-Literaturpreises abschließen wird.

W.-G.-Sebald-Projekt

Literaturwettbewerb „Erinnerung und Gedächtnis“


W.-G.-Sebald-Literaturpreis geht an die Autorin Esther Kinsky

Der W.-G.-Sebald-Literaturpreis, der in diesem Jahr erstmals von der Deutschen Sebald Gesellschaft
in Verbindung mit den Städten Kempten (Allgäu) und Sonthofen sowie der Gemeinde
Wertach vergeben wird, geht an die Schriftstellerin und Übersetzerin Esther Kinsky
für ihren Text „Kalkstein“.


Dies entschied eine fünfköpfige Jury, welcher Hans Jürgen Balmes (S. Fischer Verlag), Prof.
Dr. Claudia Öhlschläger (Universität Paderborn), Prof. Dr. Jürgen Ritte (Université Sorbonne
Nouvelle Paris), Marie Schmidt (Süddeutsche Zeitung) und Dr. Kay Wolfinger (Ludwig-
Maximilians-Universität München) angehören. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und
wird am Freitag, 20. November 2020, im Rahmen einer literaturwissenschaftlichen Fachtagung in
Sonthofen im Oberallgäu verliehen.


Die Jury wählte Esther Kinskys Text unter 900 anonym eingereichten Beiträgen aus. Bewerben
konnten sich Autor*innen aus dem In- und Ausland mit einem unveröffentlichten
deutschsprachigen Prosatext (Erzählung oder Auszug aus einem größeren Projekt), der sich
mit dem Themenkomplex „Erinnerung und Gedächtnis“ beschäftigt. Der Preis widmet sich
damit zentralen Themen des im Jahr 2001 verstorbenen Schriftstellers W. G. Sebald.


Zur Begründung ihrer Entscheidung für „Kalkstein“, den Text von Esther Kinsky, teilte die
Jury mit: „Wir zeichnen damit einen Text aus, der in beeindruckender Weise eine Erinnerungspoetik
des Gesteins und der Landschaft entfaltet und der die Themen von W. G. Sebalds
Werk auf völlig eigenständige Art und Weise artikuliert und weiterführt.“

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ricardo Felberbaum, felberbaum@sebald-gesellschaft.de
Dr. Kay Wolfinger, wolfinger@sebald-gesellschaft.de

Literaturwissenschaftliche Tagung zum Werk W. G. Sebalds

Die Preisverleihung und die Tagung werden dank der Unterstützung von Prof. Dr. Ricardo Felberbaum (1. Vorsitzender der Deutschen Sebald-Gesellschaft, Kempten), der Städte Kempten und Sonthofen und der Gemeinde Wertach aufgrund der Konzeption von Dr. Kay Wolfinger (Kulturbeirat der Stadt Sonthofen und Ludwig-Maximilians-Universität München) im AllgäuSternHotel in Sonthofen stattfinden. Der für das Tagungsprojekt und die Preisverleihung vorgesehene Zeitraum ist vom 20.-22. November 2020. Die Tagung unter der Überschrift „Nebelflecken und das Unbeobachtete“ wird dabei auf Leerstellen und offene Fragen in der Forschung zum literarischen Werk von W. G. Sebald abzielen. Die Ergebnisse der Tagung werden in einem wissenschaftlichen Sammelband in einem renommierten Fachverlag veröffentlicht werden.

>>Exposé Tagung zum Download

Den Bekanntheitsgrad Sebalds im Allgäu steigern

Indem Preisverleihung und Tagung im Allgäu stattfinden werden, Sebalds Herkunftsregion, will die neu gegründete Deutsche Sebald-Gesellschaft auch die Bekanntheit und die Präsenz Sebalds im Bewusstsein der Allgäuer Leser*innen stärken. Aus einer vergleichbaren Motivation heraus wird ab März 2020 das Theater in Kempten eine dramatisierte Version von Sebalds Erzählungen Die Ausgewanderten auf die Bühne bringen (Premiere am 13. März 2020). Genauso wie Sebald selbst, der nach seinem Studium nach England auswanderte, in einem spannungsvollen Verhältnis zu seiner Herkunftsregion stand, traf er als Autor dort umgekehrt nicht nur auf Gegenliebe. Die Initiative der Städte Kempten und Sonthofen, des Markts Wertach und der Deutschen Sebald-Gesellschaft e.V. möchte so einen Beitrag zur Förderung der deutschsprachigen Literatur und zur literaturwissenschaftlichen Forschung abseits der üblichen Standorte von Wissenschaft und Literaturbetrieb leisten.

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